VESPER AM FREITAG, 18. SEPTEMBER IN DER PAULUSKIRCHE

Am Freitag, 18. September um 19 Uhr gestalten wir eine musikalische Vesper in der Pauluskirche unter der Leitung von Pfarrer Josef Fuisz und Chorleiter Karl Scheuber. Sie sind herzlich dazu eingeladen!

Um die nötigen Abstandsregeln jederzeit einhalten zu können, wird sich der Chor auf die 2 Emporen in der Pauluskirche aufteilen. Dort werden wir kurze Stücke - unter anderem für zwei Chöre - (z.B Mendelssohn) singen und so aus der Corona-Not eine musikalische Tugend machen. Auch Kanons sind für diese Aufstellung bestens geeignet. Momentan sind unter anderem fürs Programm vorgesehen:

  • "Ave Maria" und "Pater Noster" von Igor Stravinsky
  • "Jubilate Deo (O be joyful in the Lord)" von Benjamin Britten
  • "Anthem of St. John the Baptist" von Arvo Pärt
  • "Turn back, Ye man" von Gustav Holst
  • "Duo Seraphim" von Jakobus Gallus
  • "Domine Deus" von Michael Haydn
  • "Kyrie Eleison" von Felix Mendelssohn
  • "Ehre sei Gott in der Höhe" von Felix Mendelssohn
  • "O la, o che bon eccho" von Orlando di Lasso

Flyer für die Vesper vom 18. September (pdf)
Aushang für die Vesper vom 18. September (pdf)

Wir freuen uns auf Sie!

Konzerte vom September 2020 leider abgesagt

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, auf die für den September 2020 vorgesehenen Konzerte zu verzichten. Es gibt zurzeit so viele Unwägbarkeiten, dass das Risiko eines Scheiterns zu gross ist. Mit Werken von Igor Stravinsky, Benjamin Britten, Gustav Holst und Olivier Messiaen hätten wir ein packendes Programm einstudieren dürfen. Wir freuen uns sehr, dass wir für die Chorleitung in der Übergangszeit bis zur Neubesetzung der Kantorenstelle den renommierten und erfahrenen Chorleiter Karl Scheuber gewinnen konnten.

  • Sonntag, 20. September, 17 Uhr in der Kirche Oberstrass - findet nicht statt
  • Samstag, 26. September, 19.30 Uhr in der Kirche Paulus - findet nicht statt

ursprüngliches Programm

Das Programm umfasst Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Werken von Gustav Holst (1874-1934), Igor Stravinsky (1881-1972) Olivier Messiaen (1908 – 1992) und Benjamin Britten (1913-1976). Die „Messe“ von Igor Stravinsky steht im Mittelpunkt des Konzertes. Sie ist mit Soli, Chor und 10 Blasinstrumenten höchst originell besetzt. Stravinsky vertont das Ordinarium Missae in teilweise sehr abstrahierender Art, und er pflegt einen persönlichen und gewöhnungs­bedürftigen Umgang mit der lateinischen Sprache. Stravinsky ist der Meinung, man möge seine Musik nicht interpretieren, sondern möglichst notengetreu nach den wenigen Angaben singen und spielen. Diese nur vermeintliche Kargheit deutet sich schon bei den A-cappella-Sätzen Ave Maria, Pater Noster und  Credo an, welche in einem Zusammenhang mit seinem Wiedereintritt in die orthodoxe Kirche stehen dürften.

Ganz im Gegensatz dazu, aber trotzdem nicht aus einer anderen Welt, die Kantate „Rejoice in the lamb“ (Jubilate Agno) des Pazifisten Benjamin Britten. Eine farbige Sprachwelt aus dem 18. Jahrhundert (Christopher Smart), entsprechend theatralische und immer wieder überraschende Wendungen bei Soli, Chor und Orgel (hier in einer Bearbeitung für zehn Blasinstrumente). Der Theatraliker Britten, der ja eine ganze Reihe von   kleineren und grösseren Opern komponierte,  realisiert eine grosse Farbigkeit, einen Kosmos von Formen und Hell-Dunkel-Wirkungen.

Dazu kommen eine Motette von Olivier Messiaen, eine kurze Bläserbearbeitung von drei Teilen seiner „Cinq Rechants“ sowie ein Orgelstück des grossen französischen Komponisten. Ein düsterer Chor von Gustav Holst zu Beginn und ein entsprechend heller Jubilate Deo von Britten am Schluss bilden die Klammer dieses Programms.

Musik als Gegenentwurf zu einer aus den Fugen geratenen Welt

G. Holst und I. Strawinsky waren noch geprägt von der scheinbar festgefügten Welt des 19. Jahrhunderts und erlebten die Katastrophe des Ersten Weltkrieges als erwachsene Männer. O. Messiaen und B. Britten sind eine Generation jünger: Ihre Kindheit und Jugend fielen in die zwanziger und dreissiger Jahre, und sie waren bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges im dienstpflichtigen Alter. Olivier Messiaen wurde denn auch eingezogen und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft, wo er das berühmte  Quatour pour la fin du temps fertigstellte. Als der zweite Weltkrieg vorbei war, wurde das schreckliche Ausmass der physischen und geistigen Versehrungen erst wirklich sichtbar, und es war  kaum vorstellbar, wie  sich auf diesen Trümmern wieder ein  friedliches  Zusammen­leben entwickeln sollte. Die hier ausgewählten Komponisten setzten einer aus den Fugen geratenen Welt ihre kreative Kraft entgegen.